Verenza · Ausrüstung
Die Frage, die jeder vor der ersten längeren Reise stellt. Die Antwort hat weniger mit der Reisedauer zu tun, als die meisten denken, und mehr mit deinem Rücken und mit Fluglinien.
Für die allermeisten Reisen sind 40 bis 45 Liter die richtige Größe, unabhängig davon, ob du zwei Wochen oder sechs Monate unterwegs bist. Die Reisedauer bestimmt nur, wie oft du wäschst. 60 Liter brauchst du nur, wenn du Campingausrüstung, einen Schlafsack oder Kälteausrüstung für Höhen über 4.000 Meter mitträgst.
40 Liter
Tropen, Städtereisen, Inselhopping, alles ohne eigenes Zelt. Geht als Handgepäck durch, passt in jede Gepäckablage und unter jeden Hostelbett-Rahmen.
50 Liter
Sinnvoll bei gemischten Klimazonen auf einer Reise, etwa Peru von der Küste bis in die Anden, oder wenn du Fotoausrüstung dabei hast.
60 Liter
Nur mit Zelt, Schlafsack, Isomatte oder Winterausrüstung. Ohne diese Teile füllst du ihn mit Dingen, die du nie brauchst.
Rucksäcke haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie werden voll. Nicht weil du so viel brauchst, sondern weil der Platz da ist. Wer mit 60 Litern losfährt, kommt selten mit 40 Litern Inhalt an.
Dazu kommen drei praktische Gründe, die man erst unterwegs merkt.
Rucksackhersteller geben Rückenlängen in Größen an, nicht Konfektionsgrößen. Zwei Menschen mit identischer Körpergröße brauchen unterschiedliche Rahmengrößen, weil die Beinlänge variiert. Entscheidend ist der Abstand vom siebten Halswirbel, dem Knochen, der hervorsteht, wenn du den Kopf senkst, bis zur Linie zwischen deinen Beckenkämmen.
| Rückenlänge | Rahmengröße | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| 41 bis 45 cm | XS bis S | Hüftgurt muss vollständig auf dem Beckenkamm aufliegen, nicht darüber |
| 46 bis 51 cm | M | Die häufigste Größe, meist auch als Einheitsgröße verkauft |
| 52 bis 56 cm | L | Schultergurte dürfen erst zwei Finger unter dem Schlüsselbein ansetzen |
| ab 57 cm | XL | Nur wenige Hersteller, lieber direkt im Fachgeschäft anprobieren |
Viele Modelle haben ein verstellbares Rückensystem. Das löst das Problem weitgehend und ist bei einem Rucksack, den du zehn Jahre nutzen willst, die zwanzig Euro Aufpreis wert.
Wenn die Schultern nach zehn Minuten brennen, sitzt der Hüftgurt zu hoch oder der Rahmen ist zu lang. Beides lässt sich nicht durch festeres Zurren lösen.
Ich fahre für sechs Monate. Brauche ich nicht mehr Platz?
Nein. Du packst für sechs Monate exakt dasselbe wie für zwei Wochen, du wäschst nur öfter. Wäsche kostet in Südostasien etwa einen Euro pro Kilo, in Südamerika ähnlich wenig.
Rucksack oder Rollkoffer?
Kopfsteinpflaster, Sandwege, Treppen ohne Aufzug und ungeteerte Straßen entscheiden das. In Südostasien und Südamerika ist der Rucksack klar im Vorteil. Für reine Städtereisen in Europa oder Japan funktioniert ein Rollkoffer gut.
Was ist mit den 45-Liter-Modellen, die als Handgepäck beworben werden?
Die Literangabe sagt nichts über die Maße. Prüfe immer Länge, Breite und Höhe gegen die Vorgaben deiner Fluglinie, und achte darauf, dass der Rucksack nicht ausbeult, wenn er voll ist. Viele Modelle halten das Maß nur im halbleeren Zustand.
Lohnt sich ein teurer Rucksack?
Bis etwa 150 Euro ja, danach zahlst du vor allem für Material und Gewichtsersparnis. Entscheidend ist die Passform, und die hat mit dem Preis wenig zu tun. Ein gut sitzender Rucksack für 120 Euro schlägt einen schlecht sitzenden für 300.